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Expeditionskreuzfahrten

Mit den Polargebieten haben sich in den letzten Jahren dem interessierten Reisenden neue, noch entlegenere Regionen erschlossen - und das gilt insbesondere für die Antarktis. Eine wichtige Voraussetzung war die Bereitstellung von besonders ausgerüsteten Schiffen. Die Antarktis und Subantarktis sind fast nur mit dem Schiff zu erreichen, wobei der Schwerpunkt bis heute auf der Region der Antarktischen Halbinsel liegt, bei jährlich steigenden Besucherzahlen. So verwundert es nicht, dass diese so genannten Expeditionskreuzfahrten in die Antarktis, aber auch die Arktis, immer häufiger diskutiert werden. Hier finden Sie einige Antworten zu diesem Thema.

Es gibt heute einige Schiffe, die hinsichtlich der Eisverstärkung und Umweltfreundlichkeit alle Voraussetzungen für sicheres Navigieren im Eis besitzen. Diese Einheiten haben die höchste Eisklasse aller Passagierschiffe und können selbst im Packeis noch gut operieren. Durch Anlagen zur Trinkwassergewinnung, Abwasseraufbereitung, und Müllverbrennung sind diese Schiffe in der Lage, selbst während mehrwöchiger Fahrten in polaren Gewässern keine Spuren zu hinterlassen. Sie verfügen zudem über leistungsfähige Schlauchboote so genannte «Zodiacs», mit denen Passagiere sicher an Land gebracht werden können. Eisbrecher haben darüber hinaus Hubschrauber an Bord. Hier handelt es sich um echte Expeditionskreuzfahrten oder Abenteuerreisen. Für die Sicherheit der Reisenden gelten höchste Massstäbe.

Alle verantwortungsbewussten Reeder und Veranstalter sind im Verband der internationalen Antarktis-Reiseveranstalter IAATO organisiert und unternehmen grosse Anstrengungen, durch ein ausgewähltes Experten-Team die Reisenden auf die polare Umwelt vorzubereiten und zu umweltbewusstem Verhalten anzuleiten. Zudem gibt es mittlerweile einige internationale Vereinbarungen – darunter das Umweltschutzprotokoll zum Antarktis-Vertrag von 1991 ("Protokoll von Madrid") – die den Schutz der Antarktis als Naturreservat sicherstellen sollen.

Alle Aktivitäten in der Antarktis unterliegen also strengen Anforderungen an den Schutz der Umwelt. Dies gilt für alle Formen des Tourismus - Expeditionskreuzfahrten, aber z.B. auch Yachtreisen - und Aktivitäten in der Forschung.

In den Prospekten der Veranstalter erscheinen häufig die Polargebiete als kaum zu überbietender Höhepunkt, und so steigen die Besucherzahlen stetig an. Trotzdem liegen sie z.B. für den antarktischen Kontinent - immerhin anderthalb mal so gross wie die USA - noch auf einem relativ niedrigen Niveau, d.h. bei ca. 40.000 Besuchern im Jahr. Die Reiseveranstalter sorgen seit Beginn des Tourismus in der Antarktis vor fast 40 Jahren für eine Einhaltung der vereinbarten Grundsätze, wobei für jeweils etwa 15-20 Passagiere ein begleitender Lektor oder Wissenschaftler verantwortlich ist, und niemals mehr als maximal 100 Besucher gleichzeitig an Land sein dürfen. Für Schiffe mit mehr als 200 Passagieren gelten Einschränkungen hinsichtlich der Ziele und Anlandungen. Oft werden solche Reisen auch als «Erlebniskreuzfahrt» oder «Abenteuerkreuzfahrt» angeboten.

Der Einfluss des Tourismus ist im Hinblick auf die ökologischen Belastungen in der Antarktis anders zu bewerten als in der Arktis mit ihren ausgedehnten Tundrenbereichen. Menschliche Aktivitäten können in antarktischen Landschaften mit ihrer sensiblen Flechten- und Moosvegetation und den zutraulichen Pinguinen und Robben durchaus zur Bedrohung werden. Fachleute sind sich aber darüber einig, dass Umweltschäden insbesondere dort auftreten, wo Forschungsstationen auf engem Raum nebeneinander operieren, wie es z.B. im Bereich der Insel King George der Fall ist. Britische Biologen haben auf der anderen Seite das Verhalten von Adéliepinguinen neben Besuchern untersucht und herausgefunden, dass eine in einer Kolonie auftauchende Raubmöwe die Pinguine bereits mehr beunruhigt als ein fotografierender Tourist, wenn dieser die vorgeschriebenen Abstände einhält, und sich ruhig verhält.

Bevorzugte Ziele der Schiffe sind vor allem Plätze und Stationen im Bereich der Antarktischen Halbinsel, die in unterschiedlicher Intensität angelaufen werden. Bei rund 40.000 Besuchern im Jahr, werden einige wenige Anlandestellen von über 8.000, andere nur einmal von weniger als 100 Reisenden aufgesucht. Die Besucherfrequenz hängt wie überall in den Polarregionen auch von den Wetter- und Eisverhältnissen ab.

Für den Tourismus gesperrt sind viele Gebiete von besonderem wissenschaftlichem Interesse und andere geschützte Areale, sog. "Specially Protected Areas".

Neben Schiffen werden zum Transport von Besuchern und Gütern auch Flugzeuge eingesetzt. Da es sich in der Regel um kleinere Maschinen handelt, hält sich der Tourismus in Grenzen, auch weil die Versorgung der diversen Antarktis-Stationen im Vordergrund steht. Die chilenische Luftwaffe fliegt seit vielen Jahren jeden Sommer einige Hundert Besucher auf die Insel King George, wo einer der wenigen Flugplätze liegt.

In der Vergangenheit wurden auch Flüge zum Südpol, und Reisen mit dem Atomeisbrecher zum Nordpol angeboten, aber nur für einen begrenzten, zahlungskräftigen Teilnehmerkreis. Die jährlich steigenden Besucherzahlen gelten zum Teil auch für den Australien und Neuseeland zugewandten Teil der Antarktis, der schwieriger zu erreichen ist. Am Rande der Antarktis ist Süd-Georgien mit seinen grossartigen Pinguinkolonien und der Geschichte des Walfangs für Reisende besonders attraktiv. Auch hier gelten strenge Richtlinien für die Besucher.

Ein wichtiger und einzigartiger Aspekt des Tourismus in der Arktis ist der Kontakt zu der Bevölkerung, den Inuit. Auch wenn der Schwerpunkt der Reisen weiterhin auf der Tierwelt und dem Erleben der Wildnis liegt, integrieren immer mehr Veranstalter auch Besuche von abgelegenen Siedlungen in ihren Reiseplan. Es ist wichtig, dass diese Besuche zusammen mit der örtlichen Bevölkerung - und zu ihrem Vorteil – geplant werden. Die Arktis ist auch reich an kulturellen und historischen Stätten die es zu respektieren gilt

Tourismus stellt nach heutiger Erkenntnis in der Regel nur dann eine Gefährdung für die Natur der Polarregionen dar, wenn die Schiffe für den Einsatz nicht geeignet sind, oder Besucher die aufgestellten Verhaltensregeln missachten. Gut informierte und von den Naturschönheiten begeisterte Reisende sind dagegen immer noch die besten Botschafter, wenn es darum geht, für den Schutz der Polargebiete einzutreten.